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Silver-Surfer für Pharmabranche bedeutend

Deutsche Pharmaindustrie im Wandel – Online-Apotheken auf dem Vormarsch

Gut zwei Jahre nach Freigabe des Arzneimittel-Versandhandels steigt die Bedeutung des Internet für die Pharmazie weiter an. So dürfen seit Anfang 2004 dürfen Pharmazeuten in Deutschland über das Internet Medikamente verkaufen und der Online Markt boomt. Zu den bedeutendsten Online-Apotheken gehören DocMorris, Europa-Apotheke, sanicare oder mycare. Insgesamt haben in Deutschland von den 21.500 öffentlichen Apotheken, inzwischen 1.250 die Zulassung als Versand-Apotheke erhalten.

Nach einer aktuellen Umfrage des Marktforschungsinstitut Ipsos spiegelt sich der Trend zum Online-Kauf im Marktanteil der Versand-Apotheken wieder. Bis zum Jahr 2010 wird er voraussichtlich von derzeitig 1,5% auf 8% steigen.

Immer mehr Menschen kaufen Medikamente im Internet. Heute macht bereits jeder dritte Internetnutzer von dieser neuen Möglichkeit Gebrauch. Nach Angaben von Ipsos werden in Deutschland vor allem rezeptfreie Arzneimittel im Internet bestellt. Die Anfrage ist groß, da die rezeptfreien Medikamente in der Internet-Apotheke bis zu 30 % günstiger sind. Die am häufigsten gekauften Medikamente sind Schmerzmittel mit 52% gefolgt von Vitaminen und Mineralstoffen 45% und Erkältungs- und Abwehrmitteln 44%.

Aber auch bei rezeptpflichtigen Mitteln melden Versand-Apotheken starken Zuwachs. Der Kunde muss das Rezept für verschreibungspflichtige Arzneimittel im Original einreichen. Weder eine Kopie noch ein Scan reichen aus, so dass der Kunde beim Kauf von Waren in einer Internet-Apotheke, ein paar Tage einrechnen muss, bevor er seine Medikamente erhält. Mit Hilfe des elektronischen Rezepts, welches bereits in der Testphase steckt, kann das Papierrezept ersetzt werden. Experten hoffen dabei auf enormes finanzielles Einsparungspotenzial, bei jährlich durchschnittlich 600 Millionen Rezepten mit 900 Millionen Verordnungen könnten das über 20 Milliarden Euro sein.


Generation 50+ einer der Hauptkunden der Pharmabranche

Die sogenannten Best-Ager, die 2007 über eine enorme Kaufkraft von über 913 Milliarden EUR verfügen (47% der gesamten Kaufkraft), sind mit über 50% Kundenanteil eine Hauptzielgruppen von Versandapotheken. Da 90% der über 50-jährigen das Thema Gesundheit und Fitness bis ins hohe Alter als wichtig oder sehr wichtig einschätzt, verwundert es nicht, dass die ältere Generation für Gesundheitspflege auch überdurchschnittlich viel ausgibt. Mehr als jedes vierte Produkt dieser Kategorie wurde von einer Person über 50 Jahren bezogen.

Bei Gesundheitsthemen spielt für die Silver Surfer aber nicht nur der Online-Kauf, sondern auch die Informationsbeschaffung im Netz eine enorme Rolle: 90% der Onliner über 50 nutzen das Internet zur Informationssuche, wobei das Thema Gesundheit dabei ganz oben steht. Insgesamt beschaffen sie sich häufiger Verbraucher- und Ratgeberinformationen aus dem Netz, als die 14- bis 49 -jährigen.


Pharma-Websites sind nicht hinreichend auf Generation 50+ ausgerichtet

Obwohl die ältere Generation eine wichtige Zielgruppe für die Pharmabranche ist und diese das Internet immer mehr nutzt, haben nur wenige Pharma-Unternehmen und Online-Apotheken ihr Internetangebot auf die speziellen Surfprobleme der Silver Surfer ausgerichtet.

Nicht nur für Online-Apotheken, sondern auch für Pharma-Websites oder Gesundheitsportale besteht eine Wettbewerbs-Chance darin, die Website auf die speziellen Bedürfnisse der über 50-jährigen auszurichten.

Für Online-Apotheken bedeutet dies beispielsweise, sich auf die von älteren Surfern bevorzugte Zahlungsform per Rechnung einzustellen. Ebenfalls achten Silver Surfer bei ihrem Medikamentenkauf mehr auf die Marke, als die übrige Bevölkerung, für die hingegen der Preis deutlich wichtiger ist. Um solcherlei Kunden-Präferenzen Rechnung zu tragen sollten die Anbieter z.B. leicht bedienbare Sortierfunktionen nach Preis und Produktnamen bzw. Produktgattungen anbieten.

Um Pharma-Websites und Gesundheitsportale fit für die Generation 50+ zu machen, sollten die speziellen Anorderungen der Silver Surfer wie z.B. zu wenig Farbkontraste, zu kleine Schrift, Orientierungsschwierigkeiten und Anglizismen bei der Erstellung der Website beachtet werden. Zusätzlich sind Mehrwerte erforderlich, die den Bedürfnissen der Best Ager nach Sicherheit, Seriosität und Lebensqualität entgegen kommen.

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